Infoveranstaltung zum weiteren Glasfaserausbau
Am 1. und 6. Oktober 2025 informierte die Gemeinde Abtsgmünd gemeinsam mit dem Planungsbüro Geo Data GmbH aus Westhausen im Rahmen zweier Bürgerveranstaltungen über den geplanten Glasfaserausbau in den hellgrauen Gebieten. Insgesamt über 300 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über das Vorgehen und die nächsten Schritte zu informieren.
Die hellgrauen Flecken sind die Bereiche, in denen bereits eine gewisse Internetgeschwindigkeit in den Haushalten vorhanden ist, die Bandbreiten jedoch nicht ausreichen, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Gebiete werden nun durch ein eigenes Förderprogramm von Bund und Land mit Glasfaser erschlossen. Die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken in diesen hellgrauen Flecken wurden nun von der Gemeinde persönlich angeschrieben.
In Deutschland wird der geförderte Breitbandausbau in drei Stufen unterteilt:
- Weiße Flecken: Gebiete ohne ausreichende Versorgung (unter 30 Mbit/s) – bereits weitgehend in der Gemeinde Abtsgmünd ausgebaut.
- Hellgraue Flecken: (von 30 Mbit/s bis 100 Mbit/s) Gebiete mit mittlerer Versorgung, die nun erschlossen werden.
- Dunkelgraue Flecken: (von 100 Mbit/s bis 256 Mbit/s) Zukünftige Förderkulisse für Gebiete mit noch besserer, aber nicht gigabitfähiger Versorgung.
In allen drei Fördergebieten hat die Gemeinde Abtsgmünd jeweils einen Förderantrag gestellt, die auch alle bewilligt wurden. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit Planungs- und Baukosten in Höhe von 27,3 Mio. Euro (netto). Die Gemeinde Abtsgmünd hat zum umfassenden Ausbau ihres kommunalen Breitbandnetzes einen Betrieb gewerblicher Art (BgA) gegründet, um die Umsatzsteuer geltend machen zu können. Diese Kosten werden zu 50 % vom Bund und zu 40 % vom Land Baden-Württemberg gefördert. Somit verbleibt bei der Gemeinde eine Eigenanteil von 10 %. Nach dem Abschluss aller drei Breitbandprojekte werden letztendlich rund 2.200 Haushalte einen Glasfaseranschluss erhalten. Haushalte mit einem Kabelanschluss gelten schon als gigabitfähig, auch wenn dieser nicht aktiv ist und dürfen durch die Gemeinde nach den Förderrichtlinien nicht erschlossen werden. Im Hellgraue Flecken Programm werden rund 700 Haushalte angeschlossen. Es wird mit Kosten in Höhe von 6,8 Mio. Euro (netto) gerechnet.
In den beiden Veranstaltungen wurde erläutert, wie der Hausanschluss vorbereitet wird – von der Verlegeart über die Hauseinführung bis hin zum Abschlusspunkt im Gebäude. Es wurde dargestellt, wie die Glasfaserleitung ins Haus geführt wird und wo der Anschluss idealerweise platziert werden sollte. Die Hausbegehung ist der nächste Schritt im Ausbauprozess. Dabei wird vor Ort festgelegt, wie die Leitung auf dem Grundstück und im Gebäude verlaufen soll. In den nächsten zwei Quartalen bis zum 31.03.2026 sollen alle Begehungen abgeschlossen sein. Hierzu bittet die Gemeinde, sich als Betroffener aktiv über die im Schreiben genannten Kontaktmöglichkeiten bei der Firma Geo Data GmbH für eine Hausbegehung anzumelden. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2028 vollständig abgeschlossen sein.
Der Glasfaserausbau ist ein zentraler Bestandteil der Digitalstrategie der Gemeinde Abtsgmünd. Das Projekt schafft die Grundlage für eine zukunftssichere digitale Infrastruktur. „Mit dem Glasfaserausbau schaffen wir die digitale Basis für die kommenden Jahrzehnte in allen Teilorten“, so Bürgermeister Armin Kiemel.
Die Präsentation der Firma Geo Data GmbH finden Sie hier (PDF-Dokument, 4,07 MB, 08.10.2025).
Infoveranstaltung zum Breitbandausbau „Weiße Flecken“
Bürgermeister Armin Kiemel konnte vergangene Woche über 100 Bürger zur Informationsveranstaltung zum Breitbandausbau „Weiße Flecken“ in der Kochertal-Metropole begrüßen. Eingeladen waren über 500 Hauseigentümer aus der Gesamtgemeinde, deren Gebäude eine Internetgeschwindigkeit von bis zu 30 Mbit/s aufweisen - die sogenannten „Weißen Flecken“. Diese sollen jetzt einen Glasfaseranschluss erhalten.
Fast 700 Adressen weisen aktuell in der Gemeinde eine Bandbreite von bis zu 100 Mbit/s auf, rund 1.050 Haushalte haben eine Anschlussgeschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s und ca. 750 Haushalte haben bereits eine Bandbreite von über 1 Gbit/s. Langfristig sollen über 3.000 Gebäude in der Flächengemeinde an das Glasfasernetz angeschlossen und somit zukunftssicher werden. Die Anzahl der Einzelanschlüsse ist durch z. B. Mehrfamilienhäuser natürlich deutlich höher.
„Nach fast zweieinhalb Jahren intensiver Vorbereitungen mit Markterkundungsverfahren, Antragstellungen zur Förderung bei Bund und Land und der jeweiligen europaweiten Ausschreibungen und Vergaben für die Planung und für die Bauarbeiten, steht nun endlich die konkrete Umsetzungsphase an.“ Der Abtsgmünder Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 26.01.2023 die Bauarbeiten für fünf Lose im Rahmen des „Weißen-Flecken-Programms“ vergeben. Unter anderem über 50 Kilometer Tiefbauarbeiten und fast 60 Kilometer Glasfaserkabel sorgen für eine Investitionssumme in zweistelliger Millionenhöhe. „Das Megaprojekt wird vom Bund mit 50 Prozent und vom Land mit 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Trotzdem muss die Gemeinde immer noch einen Eigenanteil von 10 Prozent der Investitionssumme selber tragen, obwohl der Breitbandausbau eigentlich keine kommunale Aufgabe sei“, berichtete Bürgermeister Kiemel. Der Bürgermeister betonte, dass die Anschlusskosten auf dem Privatgrundstück bis ins Gebäude in der Förderung enthalten seien. Dies bedeute, dass die Grundstückseigentümer einen kostenlosen Hausanschluss erhalten. Dies sei eine einmalige Chance.
Der nächste Förderantrag für die so genannten grauen Flecken (Geschwindigkeiten von unter 100 Mbit/s) sei bereits Ende 2022, rechtzeitig vor dem Programmstopp, beim Bund beantragt worden. Die Bewilligungsbescheid soll in Kürze kommen. Dabei geht es um fast 700 Gebäude mit geschätzten Investitionskosten von 9,2 Mio. €. Der Tiefbau umfasst hier eine Länge von fast 19 km.
Der Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros Corwese aus Seefeld, Jürgen Schuster, stellte im Anschluss das Projekt und die Planungen im Detail vor und erläuterte, welche Techniken bei der Bauausführung eingesetzt werden. Bei den Privatgrundstücken soll so wenig wie möglich in der offenen Bauweise erledigt werden. Vielmehr sollen die Hausanschlüsse hauptsächlich mittels einer Erdrakete hergestellt werden. Bei dieser Methode ist am Haus nur eine kleine Grube notwendig. Schuster bat die Bevölkerung bereits im Voraus um Verständnis für eventuelle Behinderungen und Beeinträchtigungen. Für diese große Aufgabe sei gemeinschaftliches Miteinander gefragt.
Den Fortschritt und die Möglichkeiten des Glasfaserausbaues erläuterte Philipp Schaffert von der Firma NetCom BW. Er zeigte auf, dass sich mit dem Glasfaseranschluss die Übertragungsgeschwindigkeit von Signalen des Internets oder der Telefonie gegenüber den herkömmlichen Kupferkabelverbindungen deutlich erhöht (derzeit bis 1 Gbit/s). Für die Zukunft seien sogar noch viel höhere Geschwindigkeiten möglich, da Glasfaser als Transportmedium fast keine Grenze kenne, so Schaffert.
Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen an die Experten stellen.
Weitere Informationen zum Thema Breitbandausbau finden Sie hier:
Präsentation Firma Corwese (PDF-Dokument, 1,72 MB, 15.02.2023)
Präsentation Firma NetCom BW (PDF-Dokument, 2,00 MB, 15.02.2023)







