Gemeinde Aktuell

Verzicht auf Rasenmähen rettet Insekten!

Abtsgmünd, 21. Mai 2019 – Vergangenen Donnerstag, den 16. Mai startete die Gemeinde Abtsgmünd mit einem Vortrag von Dr. Philipp Unterweger von der Universität Tübingen offiziell in seinen inzwischen vierten Wildblumensommer. Die Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse und so waren zahlreiche Besucher in die Zehntscheuer gekommen, um sich Tipps und Anregungen zu holen, wie auch in den eigenen Garten wieder mehr Artenvielfalt einziehen kann. Tipp des Experten: den Rasen nur noch zwei Mal im Jahr mähen.
Bürgermeister Armin Kiemel erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass der Startschuss zum diesjährigen Wildblumensommer und zu den zahlreichen Begleitveranstaltungen nicht aktueller sein könne: „Der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen warnt in seinem Bericht zur Artenvielfalt, dass eine Million Tierarten vom Aussterben bedroht sind und es heute 80 Prozent weniger Insekten gibt als noch vor 30 Jahren“, so Kiemel. Dagegen wird in Abtsgmünd seit nunmehr fünf Jahren etwas getan: Auf 75 Wiesen mit 50.000 Quadratmetern im gesamten Gemeindegebiet wurde bislang Raum für mehr Artenvielfalt geschaffen. Weitere Flächen, vor allem Vernetzungen sollen folgen. Zudem hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr den Aktionsplan Artenvielfalt auf den Weg gebracht, der in der Gemeinde ein intaktes und ökologisches Umfeld schaffen soll. „Abtsgmünd hat damit eine Vorreiterrolle übernommen und das Projekt findet bereits zahlreiche Nachahmer“, freute sich Armin Kiemel.
Wichtig beim Abtsgmünder Ansatz sind vor allem auch die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger und die Wissensvermittlung. Denn: Jeder kann etwas für mehr Artenvielfalt tun. Dafür gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm zum Wildblumensommer mit Führungen, Workshops und Vorträgen, wie dem von Dr. Philipp Unterweger.
Der Referent zeigte sich vom Abtsgmünder Ansatz beeindruckt und lobte das Engagement der Gemeinde. In seinem hochinteressanten Vortrag erläuterte er, wie man es in Tübingen geschafft hat, aus Rasen wieder Wiesen werden zu lassen und die Anzahl der Insekten deutlich zu erhöhen. Vor neun Jahren war ihm mit Studienkollegen die Idee zu der Studie gekommen, als sie feststellten, dass in der Stadt kaum mehr etwas wächst, geschweige denn blüht. Auf 43 Modellwiesen wurde schließlich der Rasen nur noch zwei Mal im Jahr gemäht und der Natur sonst ihren Lauf gelassen. Und das Ergebnis überzeugte: nicht nur mehr Insekten konnten verzeichnet werden, die Vögel fanden wieder mehr Nahrungsquellen und auch die Luftqualität hat sich verbessert. Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Akzeptanz der bunten Wiesen in der Bevölkerung steigt, wenn Infoschilder angebracht werden – so wie sie auch in Abtsgmünd zu finden sind.
Im Anschluss konnten die Zuhörer dem Experten Fragen stellen und es ergab sich eine angeregte Diskussion. Zudem bestand die Möglichkeit vor Ort die hochwertigen Abtsgmünder Wildblumenmischungen zu erwerben.
Informationen zu den zahlreichen weiteren Begleitveranstaltungen, Rundgängen, Vorträgen und Workshops finden Sie auf der Homepage der Gemeinde www.abtsgmuend.de unter der Rubrik Gemeinde – Wildblumensommer oder in der aktuellen Broschüre zum Wildblumensommer 2019. Diese liegt u.a. in den Rathäusern aus. Die Abtsgmünder Wildblumenmischungen sind bei der Gemeindekasse im Rathaus Abtsgmünd erhältlich.

Experte Dr. Philipp Unterweger aus Tübingen eröffnete den Abtsgmünder Wildblumensommer mit einem hochinteressanten Vortrag und erläuterte, wie man auch im eigenen Garten für mehr Artenvielfalt sorgen kann.
Experte Dr. Philipp Unterweger aus Tübingen eröffnete den Abtsgmünder Wildblumensommer mit einem hochinteressanten Vortrag und erläuterte, wie man auch im eigenen Garten für mehr Artenvielfalt sorgen kann.