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Grenzen gibt es nur im Kopf - Extremsportler Joey Kelly berichtet in Abtsgmünd aus seinem bewegten Leben

Abtsgmünd, 9. Oktober 2018 - Schon lange vor dem Start standen die ersten Besucher am Samstag vor der Kochertal-Metropole, um den Vortrag „No Limits“ des Unternehmers und Extremsportlers Joey Kelly zu hören. Der 45-jährige referierte mit Bildern und Videoeinspielungen eindrucksvoll und mit einer gehörigen Portion Selbstironie über seinen bewegten Lebensweg und seine Leidenschaft für den Extremsport.
Seine musikalischen Wurzeln ließ er nicht außen vor. „Singen werde ich aber nicht – das konnte ich noch nie so gut“, verriet er gleich zu Beginn des 90-minütigen Vortrags. Die Zeit mit der Kelly Family und vor allem sein Vater hätten ihn nachhaltig geprägt. So gelte das Motto des Vaters „gib mehr, als du nimmst“ noch heute für ihn. Auch verriet er, wer Schuld daran ist, dass die Familie überhaupt mit der Straßenmusik begonnen hat. Mitte der 70er seien sie in Italien augeraubt worden und da sei ihnen nichts anderes übrig geblieben, als Musik zu machen. „Bedankt euch also bei den Italienern“, kommentierte Kelly und hatte damit die Lacher nicht zum letzten Mal an diesem kurzweiligen Abend auf seiner Seite.
Kelly berichtete von den Anfängen der Familie als Straßenmusiker bis hin zu den gewaltigen Erfolgen in den 90er Jahren. Sport war für ihn immer ein Ausgleich, schon damals. So kam es auch vor, dass er im Laufdress zum Konzert erschienen ist – immerhin pünktlich aber doch zum Missfallen seinen Geschwister.
Zum Extremsport sei er über seine Schwester Patricia gekommen. Die habe ihm zum Triathlon mitgenommen. „Ich wusste damals zwar nicht einmal in welcher Reihenfolge man die Disziplinen absolviert, aber das schaffe ich“, dachte er damals etwas blauäugig und versagte kläglich, kam als Letzter durchs Ziel, aber er kam an. Trotz des Misserfolgs hatte ihn die Leidenschaft gepackt. Seitdem hat er hart trainiert und seinen Körper immer wieder zu Höchstleistungen getrieben. Inzwischen hat er unzählige Marathonläufe, Ultramarathons, Iron Mans, Wüstenläufe oder aber das Race Across America absolviert. Wie er das schafft? Mit eisernem Willen. „Wenn du denkst du kannst nicht mehr, dann gehen immer noch 30 Prozent mehr, wenn man es will und dafür kämpft.“
Und kämpfen kann er. Das beweisen auch seine vielen „Challenges“, denen er sich oftmals auch für einen guten Zweck stellt. So ist er zum Beispiel schon bei 50 Grad duch die Wüste gelaufen, oder war Teil des deutschen Teams bei der Expedition zum Südpol und absolvierte gemeinsam mit Expeditionsleiter Markus Lanz 400 Kilometer bei extremen Minusgraden durch die Antarktis. Dem österreichischen Team mussten sie sich zwar geschlagen geben, aber missen möchte er diese Grenzerfahrung trotzem nicht. Auch ohne Geld, Essen und Ausrüstung ist Kelly immer wieder unterwegs. So führte ihn seine Deutschlandtour von Wilhelmshafen zur Zugspitze. Die einzige Anschaffung: eine Plane aus dem Baumarkt für 9,24 Euro. Da müsse man auch mal mit Hunger umgehen können, aber das sei sowieso eher eine Hysterie des Körpers, die man schon ein paar Tage aushalten könne.
Zum Abschluss seines Vortrags, dem die Zuhörer im Saal bis zur letzten Minute gebannt lauschten, appellierte Joey Kelly für mehr Bewegung. Es müsse ja nicht immer gleich eine extreme Sportart sein, aber wer will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe, gab er seinen Zuhörern unter großem Applaus mit auf den Weg. Im Anschluss erfüllte Joey Kelly noch geduldig alle Autogramm- und Bildwünsche und gab Tipps für Läufer und solche, die es werden wollen.

Joey Kelly war am Samstag, den 6. Oktober zu Gast in der vollbesetzten Kochertal-Metropole. Eindrucksvoll referierte der Extremsportler über seinen bewegten Lebensweg und zeigte, was man mit Willenskraft schaffen kann.
Joey Kelly war am Samstag, den 6. Oktober zu Gast in der vollbesetzten Kochertal-Metropole. Eindrucksvoll referierte der Extremsportler über seinen bewegten Lebensweg und zeigte, was man mit Willenskraft schaffen kann.