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Hier blüht Dir was! Programmflyer zum Abtsgmünder Wildblumensommer 2018 - Auftaktveranstaltung am 16. Mai

Abtsgmünd, 09. Mai 2018 – Wenn am 16. Mai der offizielle Startschuss zum diesjährigen Abtsgmünder Wildblumensommer und zu rund 40 Begleitveranstaltungen gegeben wird, dann sind die Hauptakteure schon lange da und blühen bereits: Rund 75 Wildblumenwiesen auf rund 55.000 Quadratmetern. Die bunte Pracht hat indes einen ernsten Hintergrund, denn immer mehr Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Heute gibt es rund 80 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren. Deswegen setzt Abtsgmünd mit seinem Projekt „Wildblumensommer" auf mehr Artenvielfalt und hat hier eine wichtige Vorreiterrolle übernommen.

Inzwischen säen immer mehr Städte und Gemeinden bunte Wildblumeninseln aus. Bund und Land plädieren, auf allzu viel Ordnung und Chemie zu verzichten und die Natur einfach wachsen zu lassen, um dem Artensterben entgegenzuwirken. Genau so, wie es in Abtsgmünd bereits seit Jahren praktiziert wird. Denn Abtsgmünd verfolgte von Anfang an den nachhaltigen Weg, der da heißt: Die wilden Blumen und Wiesen sollen nicht nur den Menschen gefallen, sondern vor allem ein Netz an Nahrungs- und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und Vögel bieten. Nur so wird tatsächlich mehr Artenvielfalt möglich.Außerdem setzt Abtsgmünd darauf, dass jeder Einzelne gegen das Artensterben aktiv werden kann. Deswegen informieren und sensibilisieren die Begleitveranstaltungen. Deswegen gibt es die Abtsgmünder Wildblumenmischungen, von denen im letzten Jahr über 1.000 Tüten verkauft wurden. Was zeigt: Die Abtsgmünder haben verstanden. Und arbeiten auch im heimischen Garten aktiv an mehr Artenvielfalt.

„Wir haben uns von Anfang an zum Ziel gesetzt, nicht einfach nur Blumen auszusäen, sondern mit den Wildblumenwiesen zur Artenvielfalt beizutragen und gezielt Lebensräume zu schaffen, die von Insekten und Vögeln tatsächlich genutzt werden können. Denn auf unseren Wiesen und in den Gärten wachsen immer weniger heimische Pflanzenarten. Damit fallen Nahrungsquellen für Insekten und Vögel weg. Parallel dazu fehlen Brut- und Rückzugshabitate“, erläutert Bürgermeister Armin Kiemel die Hintergründe der Initiative. Wissenschaftler sind sich einig, dass ohne Insekten ein dauerhaftes Überleben der Menschen nicht möglich ist. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Die Blumenmischungen, die in Abtsgmünd innerorts gesät werden, bieten Pollen und Nektar für Insekten, aber auch einen wunderschönen Anblick. Die Blüten der großen mehrjährigen Wiesen in den Außenbereichen sind oft unauffälliger, doch sie waren Jahrhunderte lang die typischen Wiesenpflanzen unserer Heimat. Vor allem aber garantieren sie Lebensraum und damit Fortpflanzungs- und vor allem Überwinterungsmöglichkeiten für die Wiesenbewohner.

„Die Resonanz auf den Abtsgmünder Wildblumensommer beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das attestiert uns unter anderem das Umweltministerium und wir haben zudem Auszeichnungen für unser nachhaltiges Konzept erhalten. Darüber hinaus hat der Gemeinderat im Februar einen „Abtsgmünder Aktionsplan Artenvielfalt“ verabschiedet, der zum Ziel hat, in der Gemeinde ein ökologisch intaktes Umfeld sowie vernetzte Lebensräume zu schaffen und vor allem die Bürger zum Mitmachen zu bewegen“, so Armin Kiemel.

Eines der Ziele des Aktionsplans ist es, deutlich seltener und weniger zu mähen und so den Blumen überhaupt das Aussamen zu ermöglichen und die Zerstörung von Gelegen, wie etwa von Bodenbrütern, zu verhindern. Außerdem sollen in diesem Jahr gemeinsam mit Landwirten in der Gemeinde erstmals so genannte „Biogas-Blühmischungen“ auf einer Fläche von 20 Hektar ausgesät werden, die eine sinnvolle Alternative zum Monokulturanbau darstellen.

Die rund 40 Begleitveranstaltungen zum Abtsgmünder Wildblumensommer bieten wieder eine breite Palette an Themen: Von Wiesenführungen über Vorträge und Workshops bis hin zu Sensenmähkursen engagieren sich zahlreiche Menschen ehrenamtlich, um ihr Wissen rund um Wildblumen und Ökologie weiter zu geben.

Zur Eröffnung des Wildblumensommers am 16. Mai um 19 Uhr in der Abtsgmünder Zehntscheuer sind alle Interessierten herzlich Willkommen. Hans Lang aus Untergröningen wird seine Zuhörer in die Wunderwelt der Schmetterlinge mitnehmen und Naturparkführer Rolf Angstenberger unternimmt eine virtuelle Reise durch Abtsgmünd. Außerdem zeigt ein Film Impressionen der Wildblumenwiesen. Abgerundet wird die Eröffnungsveranstaltung durch eine Ausstellung mit Naturfotografien der beiden Referenten.
Der Flyer mit allen Informationen rund um die wilden Blumenwiesen und zum Begleitprogramm ist ab sofort erhältlich.

Die Sprecherin des Arbeitskreises Tourismus Heidi Hahn, Naturparkführer Rolf Angstenberger, Hauptamtsleiterin Jana Hirth, Hans Lang und Bürgermeister Armin Kiemel (v.l.n.r.) präsentieren den neuen Flyer zum Abtsgmünder Wildblumensommer 2018. Dieser wird am 16. Mai mit Vorträgen von Hans Lang und Rolf Angstenberger offiziell in der Zehntscheuer eröffnet.
Die Sprecherin des Arbeitskreises Tourismus Heidi Hahn, Naturparkführer Rolf Angstenberger, Hauptamtsleiterin Jana Hirth, Hans Lang und Bürgermeister Armin Kiemel (v.l.n.r.) präsentieren den neuen Flyer zum Abtsgmünder Wildblumensommer 2018. Dieser wird am 16. Mai mit Vorträgen von Hans Lang und Rolf Angstenberger offiziell in der Zehntscheuer eröffnet.