Kunstverein KISS - Kunst im Schloss

Kunst und Kultur auf dem Schloss - Programm 2020

KunstStoffTüten-Ausstellung im Schloss Untergröningen

12.01. - 23.02.2020     

Die Ära der Plastiktüten geht zu Ende. Bald wird man im deutschsprachigen Raum keine Einweg-Einkaufstaschen mehr erhalten. Zuvor waren die Tüten aus Polyethylen oder Polypropylen über 50 Jahre lang aus unserem Alltag nicht wegzudenken. 

Außer als Verpackung und Transportmittel eigneten sie sich hervorragend als Fläche, um Bilder und Botschaften zu präsentieren; sie wurden mit Firmenlogos, mit Werbung, mit Kunst bedruckt und wurden seit 1965 zu den wohl selbstverständlichsten Gegenständen in unserem Alltag.

Grund genug, sich nochmals eingehend mit den Tüten und ihrer Geschichte zu befassen. Ab kommenden Sonntag zeigt KISS wieder die Ausstellung KunstStoffTüten -  die weltweit dritte Museums-Sammlung von Kunststofftüten überhaupt -  im Schloss Untergröningen. Die rund 120 Tüten sind nach Themen gegliedert und in einer Publikation historisch aufbereitet. Produziert wurden die so selbstverständlichen Begleiter des Alltags von der Firma "thermo-pack" in Sulzbach-Laufen über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren.

12.01. - 23.02.2020      Ausstellung "KunstStoffTüten", Kunstverein KISS, Schloss Untergröningen, geöffnet jeweils sonntags, 14 - 18 Uhr; Eintritt 3 €

„Männersache“ – Männerabend "Wurstkunst“

13.03.2020

AUSVERKAUFT

Eine Wurst ist die Kunst, möglichst viel Geschmack auf wenig Raum zu verdichten. Grund genug, sich dem Thema in regelmäßigen Abständen zu widmen. Dieses Mal und auf vielfachen Wunsch dreht sich alles um die Herstellung von Leberwurst. UKB 29 Euro.

SweetNothingSweet

26.04.2020 - 02.08.2020

Es wird süß, im Schloss Untergröningen, es wird "sweet, bunt, lecker, überbordend.... oder auch nicht: Bereits der Ausstellungstitel der kommenden KISS-Ausstellung implementiert die Ambivalenz, die dem Begriff „sweet“ („süß“) innewohnt: Obwohl semantisch durchweg positiv belegt, ist das süße Nichts nicht wirklich "süß", sondern birgt zahlreiche Polaritäten und damit Widersprüche: Von Genuss zu Gesundheitsschädigung, von Verführung bis Sucht, von Dolce Vita bis Überflussgesellschaft: Süß kann glücklich machen oder gefährlich werden. Kann Paradies sein oder Intensivstation, Adipositas oder Magersucht. Kann zufrieden machen oder kariös.

Und "süß" kann gewaltig Eindruck machen: Muffins, Cupcakes, Torten und Gummibärchen auf Bildern, Fenstern gar, ein Haus aus Naschwerk, ein "Candy Land"... lecker wird‘s allemal.
Dabei entsteht Zucker quasi aus dem Nichts: Als Nebenprodukt der Photosynthese, aus Sonnenlicht, Wasser und Co². Ein steter, nicht endender Vorgang in der Natur; und doch war Zucker viele tausend Jahre für den Menschen kostbar; Zucker wurde noch vor gut 100 Jahren wie ein wertvoller Schatz weggeschlossen und rationiert. Für Süßes und Süßigkeiten wurden und werden bis heute Menschen ausgebeutet.

Der inzwischen unbegrenzte Zugang zu Süßem lief parallel mit der Industrialisierung, danach der Digitalisierung und schuf wesentlich den modernen Menschen der heutigen Überflussgesellschaft: „Sweet“ ist das Lockmittel und zugleich das Lebensgefühl der aktuellen Generationen, die in unserer Gesellschaft mehr als genug haben: Überangebot, Überkonsum, das süße Nichtstun.

Wo läuft die Grenze zwischen "sweet" und "nothing sweet"? Wann wird aus Wohlstand Krankheit? Aus Überangebot und Überkonsum Gefahr für den Fortbestand der Menschheit, der Natur, der Erde?
Kann man sich diesem bequemen Leben, dem Kreislauf entziehen, tatsächlich menschliche Ansprüche zurückschrauben, ressourcenschonend leben? Denn psychologisch betrachtet sinkt mit steigendem Überangebot der Zwang des Menschen, sich um sein Dasein zu bemühen; entsprechend unmöglich wird es dem Einzelnen, physisch wie psychisch, sein Leben zu meistern.

Dabei beschreitet Kuratorin Heidi Hahn einen künstlerischen Diskurs konzeptuell wie ästhetisch durch mehrere Medien: Bildhauerei, Malerei, Szenerie, Installationsräume von "Schlaraffenland" bis "Konsumtempel" verschmelzen mit Skulpturen und Fotoarbeiten wie elektronenmikroskopischen "Karies-Fotos" zu einer einzigen, raum- und zeitgreifenden Gesamtinstallation, die alle o.g. Facetten abdeckt und die dem Besucher statt passivem (Zucker-)Konsum "aktive Kunst" bietet. Auf dass er - entsprechend dem Aristotelischen Theater, aber auch angelehnt an Antonine Artauds "Theater der Grausamkeit" - geläutert hervorgeht.

 

Opulenz an vielen Orten und das zu Recht - schließlich ist die "SweetNothingSweet"- Ausstellung zugleich die 20. KISS-Sommerausstellung - ein Jubiläum, das Grund zum Feiern gibt.

Herausragende Arbeiten sind die „Pralinen-Installationen“ des New Yorker Künstlers Peter Anton, die „Candy“-Landschaften des Londoner Fotografen Carl Warner, Kunst des New Yorkers Kevin Champeny, Arbeiten wie „dem Affen Zucker geben“ von Robert Matthes, „Honig“ von Mirko Schallenberg, leckere hyperrealistische Süßigkeiten von Günter Beier und Susanne Strefel, leckerste Muffins gemalt von Johannes Vetter, daneben Marc Taschowskys "Megaland", Werner Liebmanns "Schlaraffenland" und "Schokoladiges" von Mirko Schallenberg und Daniel Wagenblast.
Jörg Dörings Arbeiten wie "Candy-Shop" korrelieren mit dem "Konsumtempel" der "Wonderbras" und „Wohlstandsmüll“: Die Kaugummis des Schweizers Markus Schwander. Ebenfalls aus der Schweiz: Adrian Lussis elektronenmikroskopische Karies-Aufnahmen, gefolgt von Jeroos "Dentist`s Delight".

Die Anorexia-Fotoarbeiten „32Kilo“ der Berliner Fotografin Ivonne Thein stehen im Gegensatz zu den üppigen "Amnesia" und "Tiger" von Rolf Ohst und dem "Knusperhaus 2.0" von Jov T. Keisar, einem modernen „Tiny-house“ aus Puffreis und Erdnussriegeln. Dreidimensionale Schokolade aus dem Drucker von "Chocolate³" wird konfrontiert mit industriellen Schokoformen der Schokoladenfabrik HOSTA oder handgearbeiteten Schoko-Faszinationen des Berthold Brecht Enkels Sebastian Brecht aus New York.

"Süß" bis niedlich bis comic wird‘s bei Heike Köhler und Bettina Sellmann, bis hin zu Volker Rossenbach. Um dann mit Sara Horwaths "Bourleske" sowie Simone Fezers Arbeiten "La Reina" und "Through" noch eine Schippe drauf zu legen, ehe man sich Nina Joanna Bergolds "10 Frauen" gegenüber sieht. Und dem "süßen Nichts" von Krista Israel aus Glas, Silikon und ein wenig Gold an der entscheidenden Stelle, das genau deshalb den Titel "Qu'est ce que c'est" trägt. Wie gut sich Glas und Süßes vertragen, beweisen vor allem die Arbeiten von Julius Weiland, die ihr zweidimensionales Pendant in Luis Dilgers Grafikarbeiten und Julia Jansens "Spots" finden. Luftig, leicht und lecker leuchten sie auf ihren Podesten und mit den Objekten von Harald Schmitz-Schmelzer um die Wette. Leichtigkeit liegt auch in dem, womit sich Ferdinand Wehe beschäftigt: Vogelfedern, veredelt, ziehen sich an den Wänden entlang. Tausende Gummibärchen reihen sich zu Johannes Cordes Micky-Bildern, dazwischen Skulpturales von Stefan Hasslinger, die "Herzen" des Engländers Alistair Gibson, die "drei Grazien" von Birgit Dieker, oder "Cola Laura" des Australiers Joseph Marr: Eine Skulptur aus Zucker und Coca-Cola, die nicht nur betrachtet, sondern auch verkostet werden darf. Linda Trefflers Arbeit "Promised Land" findet sich im "Schlaraffenland" der Gruppe "Wonderbras" - der Raum, der Aahs und Oohs produzieren will und das Zeug zur Kult-Selfie-Location hat. Und noch ein gewaltiger Hingucker lockt bereits vor dem Schloss: Riesige Zuckerstangen flankieren den Eingang. Doch was wie Zucker daherkommt, ist gestrickte Kunst in rot und weißer Wolle, für die sich die Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen ins Zeug gelegt hat.

 

Die Räumlichkeiten des Schlosses (rund 1.000 qm Ausstellungsfläche, 3 Stockwerke, 5 Flure, 22 Räume) machen es möglich, dass der Besucher separiert, zusammengeführt, in eine Welt (nicht nur) der Süßigkeiten entführt und mit immer neuen Aspekten konfrontiert wird.

Die Kombination aus Kunst und Installation, Betrachtung und Erleben lässt den Schlossbesuch zum ganz besonderen Erleben werden. Hier die Positionen von rund 40 nationalen wie internationalen Künstlerinnen und Künstlern, rund um alle möglichen (und unmöglichen) Facetten des Themas, dort das "Schlaraffenland" - ein Gesamtkunstwerk, und ebenso wie das "Knusperhaus 2.0" eine "Selfie-Location" vom Feinsten in der so mancher spontan das Handy zücken wird. Einmalig ist außerdem der "Mitmach-Bereich", in dem die Besucher selbst an einem Gesamtkunstwerk arbeiten können.

Damit nicht genug, finden zahlreiche Führungen und Workshops statt, z.B. zur Herstellung und Verarbeitung von Schokolade oder zum 3D-Schokoladen-Druck. Insbesondere für Schulklassen und Kinder gibt es ein zusätzliches Workshop - sowie Ferienprogramm-Angebot.

Wer sich anschließend noch nicht trennen kann von all den "süßen" Eindrücken, auf den wartet im Erdgeschoss der "CandyShop".

Wieder haben zahlreiche Sponsoren und Spender zur Ausstellung beigetragen. Mit dabei auch die Schokoladenfabrik Hosta Schokoladenspezialitätem aus Stimpfach, die nicht nur die Ausstellung durch Schokoladenformen ergänzt, sondern zugleich Lieferant für die "Bauteile" des "Knusperhauses" ist. In Zusammenarbeit mit Hosta werden auch Schoko-Workshops abgehalten. Wie immer wurde die Ausstellung auch unterstützt vom Land Baden-Württemberg, dem Ostalbkreis, der KSK Ostalb, der Gemeinde Abtsgmünd sowie privaten Spendern. Die Schreinerei Riek aus Untergröningen hat zahlreiche Installationen vorgenommen, um das Schloss in eine faszinierende Ausstellungs-Welt zu verwandeln. Künstlerin Heike Köhler aus Leinzell hat das Logo entworfen. Weitere Sponsoren sind: Rommelag Untergröningen, Schwab-Design Aalen, Merz Freeform Technologies Aalen, Landesbank Baden-Württemberg, LBBW, ENBW ODR, Natursteinpark Funk- und Ehinger Abtsgmünd.

Seit nunmehr 20 Jahren veranstaltet der Kunstverein KISS e.V. im Schloss Untergröningen jährlich den "Kunst- und Kultursommer". Gezeigt wird zeitgenössische Kunst, die durch das ganz besondere Ambiente des renovierten Schlosses und den ästhetischen Gegensatz von alt und neu ideal in den Fokus gerückt wird.

 

KünstlerInnen für "SweetNothingSweet"

Peter Anton, Fairfield, USA

Günter Beier, Überlingen

Nina-Joanna Bergold, Ludwigsburg

Sebastian Brecht, New York, USA

Kevin Champeny, New York, USA
Johannes Cordes, Meppen

Benedikt Daschner, chocolate³, Ismaning

Birgit Dieker, Berlin

Luis Dilger, Ravensburg

Jörg Döring, Düsseldorf

Simone Fezer, Lüneburg

Alastair Gibson, Brackley, GB

Stefan Hasslinger, Freiburg

Sara Horwath, Berlin

Krista Israel, Woudenberg, NL

Julia Jansen, St. Augustin

Jeroo, Stuttgart

Jov T. Keisar, Ehningen

Heike Köhler, Leinzell

Werner Liebmann, Berlin

Adrian Lussi, Bern, CH

Joseph Marr, Berlin/Melbourne, AUS

Robert Matthes, Essen

Rolf Ohst, Lübeck

Volker Rossenbach, Habscheid

Mirko Schallenberg, Berlin

Harald Schmitz-Schmelzer, Mühlheim

Markus Schwander, Basel

Bettina Sellmann, Berlin

Susanne Strefel, Bramsche

Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen

Marc Taschowsky, Berlin

Ivonne Thein, Berlin

The Wonderbras, Portalegre/Abtsgmünd/Essingen

Linda Treffler, Düsseldorf

Johannes Vetter, Aschaffenburg 

Daniel Wagenblast, Stuttgart

Carl Warner, London, GB

Ferdinand Wehe, Berlin/Brüssel, B

Julius Weiland, Berlin

 

Ausstellung "SweetNothingSweet", Schloss Untergröningen Kunstverein KISS e.V.

Öffnungszeiten:
26.04.2020 - 02.08.2020

Sa 14 - 18 Uhr, So + Feiertage 11 - 18 Uhr

Schloss, 73453 Abtsgmünd-Untergröningen

Infos zu Begleitveranstaltungen: www.kiss-untergroeningen.de

Anmeldung für Gruppenführungen (8 EUR p.P): 07366 8218 oder info@kiss-untergroeningen.de

Sundowner mit Aussicht

03.07.2020

Führung durch die Ausstellung mit anschließendem Unterhaltungsprogramm, Cocktailprobe und grandiosem Blick übers Kochertal bis zum Sonnenuntergang. Gebühr 15 Euro.

Talent-Event „Oben Ohne“

25.07.2020

OBEN im Schloss, OHNE viel Technik, das ist die Prämisse des Talent-Events, das dieses Mal im Schlosshof mit Bewirtung stattfindet und das jungen und jung gebliebenen Talenten aller Genres die Möglichkeit zum Auftritt gibt. Dazwischen haben die Besucher die Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung. Eintritt 5 Euro.

Wer sich als Talent bewerben will: Mail an info@kiss-untergröningen.de.

MISTA

29.10. – 13.12.2020

MItglieder STellen Aus

KISS-Mitglieder, die bei der nächsten MISTA-Ausstellung dabei sein wollen, sollten sich bis 01.07.2020 formlos für MISTA anmelden unter info@abtsgmuend.de bzw. 07366/ 82-18.