Abtsgmünd

Informationen zu Abtsgmünd

Im 12. Jahrhundert wird der Ort Abtsgmünd nach der Einmündung der Lein in den Kocher nur mit Gemunden bzw. Gmünd benannt. Der Namen Abtzgemunde = Abtsgmünd erscheint erstmals in einer Urkunde, in der der letzte staufische König Konrad IV. von Schwaben, dem Schenken Walter von Limpurg den Limpurgischen Bannforst verleiht.

Dass Abtsgmünd wesentlich älter ist, bezeugt das spätromanische Untergeschoss des Turms der Pfarrkirche (um 1200). Der Ort gehörte dem Abt in Ellwangen. Hier verweist uns der Name schon auf die damaligen Besitzverhältnisse, die sich allerdings im Laufe der Zeit immer wieder änderten.

Abtsgmünder Lebensfreude
Abtsgmünder Lebensfreude
Das neue St. Jakobus-Gymnasium
Das neue St. Jakobus-Gymnasium

Bis zum Jahre 1929 hatte Abtsgmünd einen bedeutenden Platz in der Wirtschaftsstruktur unseres Landes inne. Nachdem die Pröpste von Ellwangen im 17. Jahrhundert erkannt hatten, dass Eisenwerke gewinnversprechende Unternehmen waren, wollte ein solcher dem Herzog von Württemberg das Unterkochener Werk abkaufen.

Die Kaufverhandlungen zogen sich jedoch solange hin, dass sich der Propst Johann Christof von Westerstetten im Jahre 1611 entschloss, selbst einen Schmelzofen und einen Eisenhammer in Abtsgmünd zu errichten. Er hatte, wie an anderen Stellen der Umgebung, auch hier Erz gefunden, die Wasserkraft des Kochers war vorhanden, und die umliegenden Wälder boten die notwendigen Holzvorräte.

Nach der Säkularisation wurden die Werke als Königliche Hüttenwerke weitergeführt. Als 1918 der König ging, verloren sie auch seinen Namen und arbeiteten ab 1921 unter der Bezeichnung Schwäbische Hüttenwerke weiter. 1929 wurde das Werk stillgelegt, die Anlagen wurden verkauft.

Abtsgmünd verlor dadurch seinen Platz in der Wirtschaftsstruktur des Landes. Verbunden mit dieser Entwicklung war ein spürbarer Rückgang des Erwerbs- und Wirtschaftslebens, was sich u. a. auch in einer rückläufigen Bevölkerungsbewegung ausdrückte. Im Jahre 1850 betrug die Einwohnerzahl 1823 Personen, bis 1910 nahm sie um 519 Personen, also um rund 30% ab.

Das Wappen

Wappen Abtgmünd

Das Wappen Abtsgmünds zeigt einen weißen Abtsstab auf rotem Grund und drei rote Kreise auf weißem Grund. Der weiße Abtsstab weist auf die ehemaligen Besitzverhältnisse hin, da sich Abtsgmünd im Eigentum der Fürstäbte von Ellwangen befand.

Die drei roten Kugeln stehen für das Wappen der Herren Hack von Wöllstein, denn die Aufgabe des Ortes Abtsgmünd war ursprüngliche die Versorgung deren Hochadelsburg in der heutigen Ortschaft Wöllstein.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden fünf ehemals selbstständige Gemeinden nach Abtsgmünd eingemeindet. Die Gemeindegröße sowie die Einwohnerzahl stiegen auf mehr als das Doppelte der ursprünglichen Gemeinde Abtsgmünd.

  • Neubronn, 1. Januar 1971
    473 ha Markungsfläche
  • Laubach, 1. Januar 1971
    479 ha Markungsfläche
  • Untergröningen, 1. September 1971
    1.127 ha Markungsfläche
  • Hohenstadt, 29. Februar 1972
    1.266 ha Markungsfläche
  • Pommertsweiler, 1. Juli 1972
    1.762 ha Markungsfläche
  • Zum Vergleich: Abtsgmünd 2.053 ha Markierungsfläche
  • Gesamtfläche 7.160 ha