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Aus der Sitzung des Technischen Ausschusses vom 20.11.2017

Beratung von Baugesuchen
Der Technische Ausschuss hatte über acht Baugesuche zu beraten. Dabei wurde allen acht Bauanträgen einhellig zugestimmt.
 
Sachstand Allgemeiner Kanalisationsplan (AKP) für Abtsgmünd
Bürgermeister Kiemel informierte, dass die Gemeinde Abtsgmünd bereits enorme Investitionen in das kommunale Abwassersystem geleistet habe. Allein für die Interkommunale Abwasserbeseitigung Abtsgmünd - Adelmannsfelden (IA³) seien dies ca. 14,5 Mio. €. In der Gesamtgemeinde befinde sich mittlerweile ein sehr komplexes Abwassersystem mit einer Kanallänge von ca. 95 km (ohne IA³), sehr vielen Pumpen, zahlreichen Rückhaltebecken und fünf gemeindlichen Kläranlagen.
Herr Strobel, vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Abtsgmünd erläuterte dem Gremium anhand einer PowerPoint-Präsentation den AKP der Gemeinde Abtsgmünd. Veranlasst wurde der AKP durch Auflagen der Genehmigungsbehörden, die Verlängerungen der Einleitungsgenehmigungen in die Gewässer, die Verpflichtung der Kommune zur Sicherstellung der Rückstauebene sowie die Überprüfung der Auswirkungen der Bestandsflächen und von Neuerschließungen auf das vorhandene Kanalnetz. Weiter ging er auf den Kanalbestand im Einzugsgebiet ein. Die Gesamtlänge des Kanals im Hauptort Abtsgmünd beträgt ca. 46 km, davon ca. 39 km Misch- / Schmutzwasserkanäle und ca. 7 km Regenwasserkanäle. Die Einzugsgebietsfläche beträgt ca. 220 ha, aufgeteilt in 1.800 Einzelgebiete (Grundstücke). Zum Sachstandsbericht Sonderbauwerke teilte Herr Strobel mit, dass diese vor Ort erfasst und in CAD konstruiert wurden. Des Weiteren wurde für den Hauptort Abtsgmünd eine Prioritätenliste erstellt, in der die Bestandssituation sowie das Abflussverhalten mit den Folgemaßnahmen erfasst und priorisiert sind. Abschließend teilte Herr Strobel mit, dass im Allgemeinen Kanalisationsplan der Gemeinde Abtsgmünd der Zuwachs der Gewerbefläche mit ca. 36 ha und der Zuwachs der Wohngebiete mit ca. 11 ha (2,5 ha bereits bebaut) berücksichtigt wurden. Der AKP soll bis März 2018 ausgearbeitet und zur Genehmigung vorgelegt werden. Im Rahmen des AKPs wird unter anderem abschließend vorgeschlagen, wo zukünftig welche Baumaßnahmen erforderlich sind, um das komplexe Abwassernetz funktionstüchtig zu erhalten.
 
Stahlweiher - weitere Vorgehensweise
- Vorberatung
Bürgermeister Kiemel erinnerte daran, dass die Gemeinde Abtsgmünd im Jahr 2008 das Vorkaufsrecht für den Erwerb des Stahlweihers ausgeübt habe. Bei dieser damaligen Entscheidung ging der Gemeinderat davon aus, dass der Damm des Stahlweihers saniert und dies bezuschusst wird. Das Ingenieurbüro Zeiser ging 2011, je nach Variante, von Investitionskosten von bis zu 635.000 € aus. Es stellte sich nachträglich leider heraus, dass es seitens des Regierungspräsidiums Stuttgart keine Förderung für ein von der Gemeinde gewünschte Sanierungsvariante gibt.
Der Vorsitzende teilte weiter mit, dass am 07.11.2017 ein Vororttermin mit Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart, Landratsamt Ostalbkreis, Vertretern des Fischereivereins Untergröningen sowie dem Büro Baader Konzept stattgefunden habe. Dabei wurden die Maßnahmen am Stahlweiher und die Fördermöglichkeiten über die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg erörtert. Die Wasserqualität sei durch den derzeitigen Zustand des Sees beeinträchtigt. Über die Stiftung Naturschutzfonds sind nur Maßnahmen förderfähig, die zu einer Verbesserung bzw. Aufwertung der ökologischen Situation führen, so Bürgermeister Kiemel. Maßnahmen zur Dammsanierung sind dementsprechend nicht förderfähig und gehören zur Unterhaltspflicht der Gemeinde als Eigentümer. Durch die geringe Wassertiefe von ca. 40 bis 90 cm komme es im Sommer zu starken Wassererwärmungen und folglich zu starkem Algenwachstum von Grün- und Blaualgen. Um eine ökologisch Aufwertung des Stahlweihers als Stillgewässer zu erreichen, müsste eine Entschlammung der gesamten Wasserfläche erfolgen. So werde deutlich mehr Tiefe erreicht und die sommerliche Erwärmung fällt geringer aus, wodurch die Wasserqualität deutlich zunehmen würde. Für eine sachgemäße und ökologisch orientierte Gewässerbewirtschaftung müsste ein regulierbares Ablaufbauwerk (Mönch) eingebaut werden. Die Maßnahmen sollen als potenzielles Förderprojekt über die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg in das Fachkonzept 2017 aufgenommen werden. Bei positiver Bewertung kann ein Förderantrag bei der Stiftung Naturschutzfonds eingereicht werden. Der Zuschussanteil beträgt bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Kosten. Der Technische Ausschuss befürwortete diese Vorgehensweise.

Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.